Die freiwillige Feuerwehr Weinheim im Übungseinsatz gegen eine Brandkatastrophe im Verbandsklärwek in der Altau Die Feuerwehrleiter im Einsatz: in 27 Meter Höhe werden zwei eingeschlossene Mitarbeiter des Klärwerks vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Gestern Abend, 18.15 Uhr: Ein Modellflugzeug schlägt in den Faulturm der Verbandskläranlage ein und verursacht katastrophale Brände. Mehrere Menschen sind durch das Feuer lebensbedrohlich eingeschlossen. Die Feuerwehr tut alles, um das Leben der Menschen zu retten. Sie schafft es, löscht die Brände, sichert alles ab und kann rund eine Stunde später durchatmen - die Übung ist geglückt, das Horrorszenario war nur Simulation. Um auf solche und ähnliche Katastrophen so gut wie möglich vorbereitet zu sein, probte die Weinheimer Feuerwehr mit ihren Abteilungen Stadt, Sulzbach, Lützelsachsen, Hohensachsen, Oberflockenbach, Rippenweier und Ritschweier unter der Einsatzleitung des stellvertretenden Stadtbrandmeister Wolfgang Eberle, den Ernstfall in der Hauptübung an der Verbandskläranlage in der Altau. Nach dem angenommenen Absturz eines Modellflugzeugs in den Faulturm Mitte der Verbandskläranlage wurde ein Brand im Gasraum im Untergeschoss ausgelöst. Durch diesen Brand konnten zwei Monteure aus dem unteren Bereich der Anlage nicht mehr flüchten. Weiter löste der Brand einen Kurzschluss aus, was wiederum eine Überhitzung der Starkstromleitung im Kanal zum Rechenhaus und Auslaufpumpwerk nach sich zog und damit einen Kabelbrand verursachte. Verkompliziert wurde die Lage zusätzlich noch, da zusätzlich zwei Mitarbeiter im Untergeschoss vermisst wurden und ein Mitarbeiter einer privaten Montagefirma, der mit Wartungsarbeiten am Faulturm West beschäftigt war, in Panik geriet und sich nicht mehr aus eigener Kraft retten konnte. Ziel dieser Hauptübung war das Training der Koordination der verschiedenen Feuerwehrabteilungen und dem Deutschen Roten Kreuz. Weiter sollten die Einsatzkräfte auf das mögliche Ausmaß im Ernstfall sensibilisiert werden und das Klärwerk kennenlernen. Auch für die Betreiber des Objekts galt es, wichtige Erfahrungswerte zu sammeln und für die Zukunft vorbeugend zu verarbeiten. Ein entscheidender Schwerpunkt der Übung war die Rettung der Verletzten aus ihrer lebensbedrohlichen Lage und die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz Weinheim. Nicht zu unterschätzen war in diesem Kontext auch die Kameradschaftspflege, was als hinreichende Bedingung für eine konstruktive Zusammenarbeit Voraussetzung ist. Und so lief, dann auch während der Übung die Zusammenarbeit der Feuerwehreinheiten und der Feuerwehr mit dem Deutschen Roten Kreuz sehr koordiniert ab. Kurz nach dem ausgelösten Alarm durch die Leitstelle Heidelberg trafen die Wagen der Feuerwehr ein und positionierten sich in Bezug zur Unglücksstelle. Priorität hatte das Retten der verunglückten oder eingeschlossenen Mitarbeiter. Gleichzeitig wurden den Löschfahrzeugen der Befehl "Wasser Marsch" gegeben, um den Flammen Einhalt zu gebieten. Für Laien sahen die Aktionen der Feuerwehr fast etwas langsam aus, wobei gegenüber der RNZ erklärt wurde, dass diese kontrollierte Langsamkeit wichtig sei, um im Ernstfall eine gefährliche Hektik zu vermeiden. Nach 40 Minuten wurde die Übung zur Zufriedenheit aller Verantwortlichen beendet. Eberle sprach daher von einem Erfolg, auch wenn sicher das eine oder andere nicht geklappt hat. Reinhold Albrecht bedankte sich in seiner Rede bei Hubert Ensinger, dem Geschäftsführer des Abwasserverbandes Bergstrasse für die Bereitstellung des Übungsgeländes und die kostenlose Verpflegung seiner Leute. Weiter sprach Albrecht von dem einen oder anderen Fehler. So darf der Motor des Einsatzwagens nicht abgestellt werden, damit der Wagen einsatzbereit bleibt. Auch dürfen die Retter sich nicht ohne Sicherungsmaßnahmen, wie Führungsleinen, Sauerstoffmasken in Gefahr begeben. Weiter sprach er davon, "dass nicht alle klappen muss und wir genau deswegen solche Übungen machten". Auch der 1. Bürgermeister Rudi Glock freute sich über die gelungene Übung. Da es seine letzte Gesamtübung als Feuerwehrdezernent war, bedankte er sich bei seinen Feuerwehrleuten für die Leistungen der letzten Jahre und wünschte ihnen auch weiterhin alles Gute. Gerne wird er auch zu zukünftigen Übungen kommen um "seiner" Feuerwehr mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ensinger sprach zum Schluss, und bedankte sich für die Zusammenarbeit, von der auch die Klärwerke profitieren werden.